Der Kreml: Das Herz Moskaus

Gepostet von Ivan am Jun 23, 2010 in Russland | Keine Kommentare

Der Kreml: Das Herz MoskausBei einer Wanderung durch Moskau gibt es eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, die man unter keinen Umständen verpassen sollte. Ganz oben auf dieser Liste rangiert natürlich der Kreml. Immerhin handelt es sich dabei nicht nur um den ältesten Teil der russischen Hauptstadt und das politische Zentrum Russlands, sondern auch um ein von der UNESCO anerkanntes Weltkulturerbe.

Der Kreml wurde ursprünglich als Burg gebaut

Der Kreml wurde zwar im Mittelalter ursprünglich als Burg gebaut, aber schon ab Ende des 15. Jahrhunderts als Zitadelle neu errichtet. Als wichtigstes architektonisches Merkmal des Kremls gilt dabei der Befestigungskomplex. Die massive Begrenzungsmauer mit ihren immerhin zwanzig Türmen wurde von 1485 bis 1499 erbaut und ist dem Kreml bis heute gut erhalten. Sie ist zwischen 3,5 und 6,5 Metern dick und stellte so sicher, dass Angreifer sich bei einem Sturm auf die Burg erst einmal gehörig die Köpfe an der Mauer einrannten.

Der Kreml diente als Wohnsitz der russischen Zaren

In der Geschichte Russlands spielte der Kreml schon immer eine nicht zu unterschätzende Rolle. Bis Anfang des 18. Jahrhunderts die Hauptstadt nach Sankt Petersburg verlegt wurde, diente er als Wohnsitz der russischen Zaren. Aber auch danach wurde er als Mittelpunkt des geistlichen und gesellschaftlichen Lebens der Moskowiter weiterhin hoch geschätzt. Im Jahr 1918 wurde der Kreml erneut Sitz der Staatsregierung, und bis heute hat der russische Präsident hier seinen Amtssitz.

Der Kreml liegt im Zentrum Moskaus auf dem Borowizki-Hügel. Das ist selbstverständlich kein Zufall. Zur Zeit der Stadtgründung bot die Baulage klare strategische Vorteile: Zum einen war die heutzutage häufig schlicht als Kremlhügel bezeichnete Erhebung auf zwei Seiten von Flüssen umgeben und bot daher Sicherheit vor Angreifern. Zum anderen war der Kreml durch die höhere Lage gut geschützt vor Überschwemmungen, die damals in Moskau ein nicht zu vernachlässigendes Problem darstellen. Dass der Kreml schon damals eine große Bedeutung hatte, lässt sich nicht zuletzt daran ablesen, dass er den Ausgangspunkt der wichtigsten Straßen darstellt, die vom Stadtzentrum aus in alle Richtungen führen.

Innerhalb der Schutzmauern des Kremls sind verschiedenste Bauwerke, Straßen und Plätze zu finden. Zu den wichtigsten gehören dabei der Iwanplatz und der Kathedralenplatz, die für Touristen zugänglich sind. Dabei war der Iwanplatz im Mittelalter einer der wichtigsten Orte Moskaus: Hier fanden unter anderem Versammlungen, Volksfeste und Verkündungen der Zarenerlasse statt. Am Kathedralenplatz dagegen sind die fünf bis heute erhaltenen kirchlichen Bauwerke des Kreml zu finden: Neben der Mariä-Entschlafens-, der Erzengel-Michael- und der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale stehen hier auch die Mariä-Gewandniederlegungs-Kirche und der Glockenturm.

Mitte des 20 Jahrhunderts wurde der Kreml für Touristen zugänglich

Für Touristen ist der Kreml erst wieder seit Mitte des 20. Jahrhunderts zugänglich geworden. Da er bis heute Amtssitz des Präsidenten und deshalb stets besonders gesichert ist, gelten für den Zutritt zum als Freilichtmuseum funktionierenden Kreml natürlich einige Einschränkungen: Touristen können über zwei Eingänge eintreten – einer am Kutafja-Turm, einer am Borowizki-Turm –, müssen dabei aber Sicherheitskontrollen passieren. Der Eintritt kostet umgerechnet circa acht Euro. Für den Zugang zur Rüstkammer und den Ausstellungen im Patriarchenpalast werden allerdings separate Tickets verkauft. Innerhalb des Kreml-Geländes ist nur eine Reihe von Bereichen für die Öffentlichkeit geöffnet. Die Gebäude rund um den Senatspalast, in denen der Präsident seinen Amtssitz hat, und die Palaststraße sind beispielsweise geschlossen. Dennoch ist der Besuch des Kremls ein Erlebnis, das kein Besucher Moskaus sich entgehen lassen sollte.

Bild: Helen Filatova – Fotolia.ocm

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