Auf der Liste der bekannten historischen Persönlichkeiten, die nicht nur die Geschichte, sondern auch die Popkultur maßgeblich beeinflussten, rangiert der Mongolenherrscher Dschinghis Khan ohne Zweifel ganz oben. Sein bewegtes Leben bot genug Stoff für unzählige Romane und Filme, sein Name war Vorbild für eine der berühmtesten deutschen Pop-Bands der achtziger Jahre. Doch wer war Dschinghis Khan eigentlich wirklich?
Dschinghis Khan gehörte zum Stamm der Mongghol
Mitte des zwölften oder dreizehnten Jahrhunderts – ganz genau ist sein Geburtsdatum nicht zu datieren – erblickte der spätere Dschinghis Khan im Stamm der Mongghol das Licht der Welt. Er war der Sohn des Klanchefs Yesügai und wurde auf dem Namen Temüdschin getauft, was soviel wie „der Schmied“ heißt – den Namensbeisatz „Khan“ sollte er sich erst verdienen.
Unter den Mongolen herrschten damals kriegerische Zustände: Die Hirtenstämme, die als Nomaden von Ort zu Ort zogen, waren in ständige Kämpfe verwickelt, um sich Weide- und Jagdgebiet zu sichern. Dschinghis Khans Vater hatte für seinen Stamm in mehreren Raubzügen großen Wohlstand erreichen können, was es ihm leicht machte, die Tochter eines anderen Stammesfürsten mit seinem Sohn Temüdschin zu verloben.
Dschinghis Khan lebte jahrelang in Armut
Dann allerdings wurde er von seinen Feinden vergiftet und der Stamm wandte sich von Dschinghis Khan ab, der noch zu jung war, um als würdiger Nachfolger akzeptiert zu werden. Dschinghis Khan und seine engste Familie lebten jahrelang in Armut und ständiger Angst. Je älter er wurde, desto stärker entwickelte sich jedoch sein diplomatisches Geschick: Nach und nach beseitigte er seine Gegner entweder oder machte sie zu Verbündeten, die Dschinghis Khans edle Abstammung anerkannten. So gelang es ihm schließlich, die mongolischen Sippen zu einen.
Die Mongolen machten sich unter Dschinghis Khan in einem gewaltigen Kriegszug nun daran, die benachbarten Völker zu unterwerfen und ihr Gebiet immer weiter zu vergrößern. Schließlich konnte Dschinghis Khan sogar die Stämme der Tataren besiegen, die seinen Vater auf dem Gewissen hatten.
Dschinghis Khan regierte den mongolischen Staat
Auf einer Großversammlung der Mongolen erhielt Dschinghis Khan schließlich seinen Titel, unter dem er bis heute bekannt ist. Auf dem Reichstag wurde der mongolische Staat ausgerufen, regiert von Dschinghis Khan, seiner Mutter sowie seinen Brüdern und Söhnen. Der neue Herrscher befahl, ein Grundgesetz niederzuschreiben, um das Zusammenleben besser zu strukturieren, und erhob eine allgemeine Wehrpflicht, um das Land dauerhaft gegen Feinde absichern zu können.
Dann machte sich Dschinghis Khan daran, sein Reich weiter zu vergrößern. Tatsächlich drangen die Mongolen unfassbar weit in alle Himmelsrichtungen vor: Sie errichteten südlich der chinesischen Mauer ein Versorgungslager, belagerten Peking und hatten schließlich einen so großen Einfluss in ganz Asien, dass sogar Korea Tribut an Dschinghis Khan zahlte. Doch die Mongolen stießen auch bis nach Osteuropa vor: Auf seinen Feldzügen führte Dschinghis Khan seine Truppen bis nach Südrussland und in die Ukraine.
Auf der Rückkehr in die Mongolei starb der große Khan jedoch, vermutlich an den Folgen eines Reitunfalls. Um seinen Tod ranken sich allerdings unzählige Mythen: Eine Chronik behauptet, Dschinghis Khan sei von seinen Feinden getötet worden, einer anderen Legende zufolge sei er von einer stolzen Prinzessin erdolcht worden, die ihr Volk rächen wollte. Doch wie auch immer er gestorben ist: Dschinghis Khan ist und bleibt bis heute eine der interessantesten historischen Persönlichkeiten.
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