Neben Sehenswürdigkeiten wie dem Kreml, dem Roten Platz, den Alexandergärten und der russischen Staatsbibliothek gibt es eine weitere Sache, die man bei einem Aufenthalt in Moskau keineswegs verpassen sollte: Einen Theaterbesuch. Theater in Moskau hat eine lange Tradition. Moskau besitzt über 50 Theater und auch die Einheimischen frequentieren diese ausgesprochen gerne. Für Eintrittspreise zwischen 10 und 30 Euro sollte man sich Theater in Moskau auf keinen Fall entgehen lassen. Die meisten Theater Moskaus sind Repertoirehäuser, das bedeutet, die Stücke werden dort jahrelang aufgeführt – eine Spielzeit von zehn Jahren ist da keine Seltenheit.
Das Bolschoi-Theater bietet russisches Ballett
Besonders berühmt ist dabei natürlich das klassische russische Ballett. Das wichtigste Theater Moskaus ist deshalb auch das Bolschoi-Theater, die bekannteste Bühne des Landes für Oper und Ballett. Das Theater bildet heute seine Tänzer sogar in einer eigenen Schule aus. Insgesamt arbeiten im Bolschoi-Theater ungefähr 900 Tänzer, Sänger und Musiker. Allerdings sind die Stars des wichtigsten Theater Moskaus so bekannt, dass sie sich meistens gar nicht in der Hauptstadt, sondern auf Welttournee befinden.
An Karten zu kommen ist ob der großen Beliebtheit des Theaters schwierig, allerdings sollten Touristen über das Servicebüro ab circa 20 Euro Eintrittskarten bestellen können. Wer sich trotz ausverkaufter Plätze nicht ins Bockshorn jagen lassen will, kann eine halbe Stunde vor Eintrittsbeginn eventuell eine Karte von einem der Händler vor dem Eingang ergattern. Allerdings Achtung: Da kann der Besuch im schönsten Theater Moskaus schnell maßlos überteuert werden!
Bis voraussichtlich 2011 ist das Theater allerdings wegen grundlegender Renovierungsarbeiten geschlossen. Wer eigens fürs Theater nach Moskau fahren will, sollte sich also noch etwas gedulden. Das Ensemble des Bolschoi-Theaters befindet sich währenddessen auf einer Russland-Tour.
Aber das Bolschoi ist bei weitem nicht das einzige Theater Moskaus. Auch das Taganka-Theater im Zentrum der Stadt ist einen Besuch wert. Zwar wurde es erst 1964 gegründet, allerdings stellt es mit Sicherheit eins der politisch brisantesten Theater Moskaus dar. Die Theatertruppe bestand zu Beginn ihrer Geschichte aus Studenten des Moskauer Regisseurs und Schauspiellehrers Juri Ljubimow. Sie konnte rasch an Beliebtheit gewinnen, war der Staatsmacht jedoch immer wieder ein Dorn im Auge: Das erste aufgeführte Stück beispielsweise war Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“. Mehrere Stücke bekamen ein Aufführungsverbot verhängt, und der Gründer des jungen Theaters verließ Moskau schließlich und ging ins Exil.
Das Maly-Theater
Wer sich dagegen für die älteren Theater Moskaus interessiert, dem sei das Maly-Theater ans Herz gelegt. Es wurde Mitte des 18. Jahrhunderts gegründet und heißt wörtlich übersetzt „Kleines Theater“ – was bereits damals als Abgrenzung von seinem großen Bruder, dem Bolschoi, dienen sollte. Tatsächlich stehen die beiden Theater in unmittelbarer Nähe zueinander. Das Maly-Theater ist nicht nur das erste professionelle Theater Moskaus, sondern ganz Russlands, und gehörte zu Beginn seiner Geschichte zur Moskauer Universität. Deshalb bestand die erste Truppe auch aus schauspielernden Studenten. Abenteuerlich ging es weiter: Als Schauspieler wurden ehemals leibeigene Bauern oder sogar eine Zigeunertruppe angeheuert. Im neunzehnten Jahrhundert konnte sich das Maly-Theater Moskau schließlich Michail Schtschepkin ins Boot holen, einen der bekanntesten zeitgenössischen Schauspieler, und damit seine Popularität beträchtlich steigern.
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Das Bolschoi-Theater hatte bei unserem Besuch in Moskau kuerzlich seine Tore wieder geoeffnet. Zwar ist das Hauptgebaude noch in Arbeit, aber eine Buehne ist bereits wieder geoeffnet. Karten gab es (nach etwas Theater) fuer sagenhafte 50 Rubel!